Monatsarchiv: September 2013

Auf in die nächste Runde! Die Printkampagne der wgv Versicherungen startet zum Auftakt der Kfz-Wechselsaison

Der eine oder andere Bus mit dem neuen wgv Kampagnenmotiv ist vielleicht schon vor Ihnen hergefahren. Mitte September startete nun auch die Printkampagne der wgv Versicherungen.

Ganzseitige Anzeige, Fotograf Thomas Leidig

ganzseitige Anzeige, Fotograf Thomas Leidig

Die wgv beauftragte Château Louis mit der Erarbeitung eines Relaunchs der Markenkampagne. Mit insgesamt drei unterschiedlichen Motiven geht die wgv mit der neuen Kampagne auch neue Wege. Wichtig dabei war die Forderung, spürbar mehr emotionale Nähe zu vermitteln. Mit den von uns ausgewählten Motiven ist es uns gut gelungen die wgv Versicherungen persönlicher, lebensnaher, sympathischer und dadurch ansprechender zu zeigen.

„Die Kampagne schlägt eine neue Richtung ein und hebt sich deutlich von der Vorgängerkampagne ab. Der Fokus liegt auf dem Wertvollen im Leben.“, so Creative Director Uli Sixt. Aber Wertvolles ist individuell. Für die Einen sind es die eigenen Kinder, für die Anderen das erste Auto. Es geht nicht nur darum, verschiedene Bilder zu zeigen, sondern Lebensgeschichten zu erzählen und zu vermitteln. Die Kampagne nimmt teil an diesen Geschichten und zeigt Menschen mit dem, was ihnen besonders lieb und teuer ist.

Bei der Entwicklung einer neuen Kampagne erarbeiten wir konsequent gemeinsam mit dem Kunden, wofür das Unternehmen und die Produkte stehen. Was bieten wir an? Was wird definiert? Eine gute Kampagne, wie die der wgv Versicherungen bezieht sich auf wenige Botschaften, die aber klar und deutlich transportiert werden. Die Botschaften müssen emotional gut verpackt sein, um ihre Rezipienten wirkungsvoll zu erreichen. Man muss es dem Betrachter so einfach wie möglich machen, die relevanten Informationen gleich wahrzunehmen.

halbseitige Anzeige, Fotograf Thomas Leidig

halbseitige Anzeige, Fotograf Thomas Leidig

Geschaltet werden die Anzeigen diesmal vor allem in Special Interest Titeln um das Thema Kfz, wie Auto Bild und auto, motor und sport. Die Anzeigenmotive erscheinen ganz- und halbseitig, wobei hier der Fokus auf der Halbseite liegt. Die Printkampagne läuft noch bis zum Stichtag für einen Kfz-Versicherungswechsel am 30.11.13.

To be continued…

 

 

 

 

 

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Was macht ein gutes Plakat aus? Interview mit Château Louis Creative Director Uli Sixt

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase und schon seit einigen Wochen ist jede freie Fläche am Straßenrand mit Wahlplakaten zugepflastert. Auf einer Strecke von 1200 m lächeln uns von 217 Plakaten Köpfe aller Parteien an und versprechen uns, dass es mit ihnen die nächsten vier Jahre besser wird. Doch haben Plakate in unserer schnelllebigen Zeit überhaupt noch die erwartete Werbewirkung?

Creative Director Uli Sixt, Leitung Kreation bei Château Louis

Creative Director Uli Sixt,
Leitung Kreation bei Château Louis

Wie ein gutes und werbewirksames Plakat gestaltet sein muss, weiß Uli Sixt, Leiter Kreation bei Château Louis. In seiner 17-jährigen Karriere hat er schon Hunderte Plakate entworfen und gestaltet, doch auch er kann sich den unzähligen Wahlplakaten und ihrer Wirkung nicht entziehen.  

Aktueller Wahlkampf: Welches Plakat ist dir positiv aufgefallen und warum?

Ein Plakat als Ganzes, welches ich in sich stimmig und gut finde, ist mir nicht positiv aufgefallen, aber Teilbereiche. Die Plakate der Grünen zum Beispiel sind anders als die der anderen. Sie haben kein Logo, was neu ist. Außerdem sind sie humorig. Bei der FDP sind die Plakate sehr reduziert, das ist gut. Sie haben eine primäre Aussage. Bei der CDU finde ich die Darstellung von Angela Merkel besonders gut gelungen, inhaltlich sind sie jedoch null aktivierend. Ich finde, dass FDP und CDU klar im Aufbau sind und eine klare Botschaft haben. Die SPD ist bei mir, ehrlich gesagt, überhaupt nicht hervorgestochen.

Gibt es auch Wahlplakate, die bei dir eher negativ haften geblieben sind?

Negativ haften geblieben sind mir die Plakate der Piratenpartei. Sie sind von der Sprache und vom Inhalt nicht erfassbar. Kurz: Sie machen ihren Job als Plakat nicht. Ich finde überhaupt, dass das Auffälligste in diesem Wahlkampf, bei übrigens allen Parteien ist, dass sie nicht aktivieren. Sie vertreten keinen echten, beziehungsweise differenzierenden Standpunkt. Keine der Parteien hat einen Standpunkt, zu dem ich mich als Wähler bekennen kann. Für mich spiegelt das die allgemeine Politikverdrossenheit wider.

Du hast reichlich Erfahrung in der Kreation von Plakaten. Wo liegt deiner Meinung nach, bei Château Louis die Kompetenz gute Plakatkampagnen zu entwickeln?

In der Regel definieren wir eine zentrale Aussage, positionieren und differenzieren so das Produkt oder eine Marke und entwickeln darum eine Kampagne. Wichtig ist doch: Wofür stehe ich wirklich? Sei es als Partei, Unternehmen oder Produkt. Wir verzahnen meistens alle Maßnahmen auf Basis einer zentralen Aussage miteinander. Die Plakate müssen auf das einzahlen, was wir versprechen wollen. Aussagen müssen greifbar sein. Die Inhaltsebene, und das ist das Wichtigste, muss eine prägnante und zentrale Aussage geben, einen Standpunkt definieren. Im aktuellen Wahlkampf tendieren viele zu allgemeingültigen Aussagen, die niemandem weh tun. Früher war das übrigens anders.

Was zeichnet deiner Ansicht nach ein gutes Plakat aus?

Ein gutes Plakat muss vom Betrachter schnell erfassbar sein: Stichwort Fernwirkung. Außerdem müssen Emotion und Ratio gleichermaßen angesprochen werden.

Was ist wirkungsvolle Plakatwerbung?

Im Besten Fall wird eine Aktion oder Reaktion hervorgerufen. Ein gutes Plakat regt zum Nachdenken an, es ist merkfähig und macht es mir als Betrachter leicht, die Botschaft zu verstehen. Neben anderen wichtigen Faktoren, wie zum Beispiel der Standwortwahl.

Nehmen wir als Beispiel die aktuelle Kampagne für die wgv Versicherungen, die Château Louis entwickelt hat. Wie erarbeitest du mit deinem Team eine Kampagne?

aktuelle wgv-Kampagne

aktuelle wgv-Kampagne

Zuerst einmal erarbeiten wir, oft gemeinsam mit dem Kunden, wofür das Unternehmen oder das Produkt stehen. Was bieten wir an? Was wird definiert? Für mich bezieht sich eine gute Kampagne auf wenige Botschaften, die aber klar und deutlich transportiert werden. Die Botschaften müssen emotional gut verpackt werden, um ihren Rezipienten zu erreichen. Außerdem muss die Hierarchie klar sein. Welche Headline-Strategie fahre ich, wie gestalte ich, und so weiter. Ich muss es dem Betrachter so einfach wie möglich machen, die relevanten Informationen gleich wahrzunehmen. Denn die meisten Plakate werden nur im Vorbeigehen betrachtet und es bleiben ein paar Sekunden um alle relevanten Informationen aufzunehmen. Es ist also wichtig, dass man auf einem Plakat schnell auf den Punkt kommt.

Wie werden die Plakate von der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Rein auf die inhaltliche Botschaft bezogen, wenn wir jetzt mal beim Wahlkampf bleiben, verschwimmen sie ineinander. Da so viele Plakate aufgestellt werden, weiß ich nach 400 Metern nicht mehr, wer überhaupt was gesagt hat und verwechsle nicht nur Parteien und deren Botschaften, sondern weiß nicht mehr, welche Aussage die anderen Plakate, die zwischen den vielen Wahlplakaten hängen haben. Was allerdings vom Betrachter wahrgenommen wird, ist die gute oder schlechte Bildqualität. Von Hochglanz bis Hinterhofbild ist, sogar bei den großen Parteien, alles vertreten. Und das kann dann auch schnell negativ haften bleiben. Also sicher ist dies dann nicht der gewünschte Erfolg.

Plakatwand oder ein 1/1 Bogen. Was gilt es bezüglich der Wirkung zu beachten?

Im Grunde gelten die gleichen Gesetzmäßigkeiten. Eine Plakatwand hat jedoch einen anderen Imagewert als ein kleines Plakat. Auch ist das Querformat anders zu bewerten, als das Hochformat.

Wie wichtig ist der Standort? Wie wird er ausgewählt?

Der Standort ist auf alle Fälle wichtig, denn er entscheidet, ob ich eine Plakatwand platziere oder ein kleines Plakat. Die Verweildauer spielt hier eine entscheidende Rolle. An stark befahrenen Straßen macht eine Platzierung für mich überhaupt keinen Sinn, da man die Botschaft aus dem Auto heraus nicht aufnehmen kann.

Wo sollten die wichtigsten Elemente, wie etwa Firmenname, Logo und Kernaussage auf einem Plakat platziert sein?

Es gibt erlernte Betrachtungsweisen, von oben nach unten und von links nach rechts. Das ist der sogenannte Z-Verlauf und hiernach richtet sich die Platzierung. Also, Headline in den oberen Bereich, Firmenlogo unten rechts. So bleiben die wesentlichen Informationen besser hängen. Bei Anzeigen ist das übrigens ähnlich. Je nach dem, auf welcher Seite die Anzeige erscheint, variiert das jedoch. Wichtig ist, dass der Absender, also das Firmenlogo, genug Platz hat und den Betrachter nichts an der Aufnahme stört. Wie zum Beispiel zu unruhige Hintergründe oder Bilder und Schrift, die zu nah am Logo platziert sind.

Wie wirkt die Werbebotschaft auf einem Plakat am Besten?

Durch plakative Formulierungen. Ein Plakat muss leicht verständlich sein, kurze Headlines begünstigen das. Es gibt Richtlinien, was die Länge von Headlines angeht. Meiner Meinung nach funktionieren zum Teil auch lange Headlines, vorausgesetzt sie sind gut. Eine Werbebotschaft kann auch durch stilistische Mittel, wie Humor, Ironie, Übertreibung oder Dramatisierung funktionieren und eine bessere Merkbarkeit hervorrufen. Diese Stilmittel sind aber durchaus mit Vorsicht zu genießen. Denn wie man an den aktuellen Wahlplakaten der Grünen sieht, werden die Botschaften nicht von allen wirklich verstanden.

Welche Informationen braucht ein Plakat unbedingt und auf welche kann man verzichten?

Nötig sind zentrale Aussagen und der Absender. Je nach Standort, also nach Verweildauer kann das Plakat auch mit Zweit- oder Drittinformationen versehen sein. Alles andere ist auf einem Plakat unnötig. Meiner Meinung nach muss zum Beispiel kein Claim drauf. Claims sind für Parteien wichtig, aber nicht für den Menschen.

Wie wirken Farben? Welche bevorzugst du?

Ich habe keine bevorzugte Farbe. Für mich müssen die Farben zum Inhalt passen. Natürlich gibt es jedes Jahr Trendfarben, die gerne benutzt werden. Die Farben, die die Grünen auf ihren Plakaten verwenden, sind trendig und inhaltlich absolut passend. Positiv aufgefallen ist mir, dass nahezu alle Parteien von diesem monochromen und entsättigten Look weggehen. Die Plakate sind farbenfroher und passen daher besser zu der positiven Grundeinstellung, die im Moment herrscht. Besonders gut sieht man das auch an den Porträtfotos der Spitzenpolitiker. Die übrigens ausnahmslos alle sehr gut fotografiert sind und mit kräftigen Farben spielen. Dadurch wirken sie nah und greifbar und das gefällt mir gut.

Was wünschst du dir für weitere Plakatkampagnen?

Ich wünsche mir mehr Verzahnung mit dem Online-Bereich. Ich verstehe überhaupt nicht, warum Plakate nicht schon längst vermehrt dafür genutzt werden. Sie sind prädestiniert dafür, den Betrachter auch online abzuholen. Mit einem QR-Code zum Beispiel oder einer neugierig machenden URL. Fundierte und komplexere Botschaften könnten somit weiter ausgeführt werden, die Botschaften sozusagen in andere Kanäle verlängert werden. Aber die Plakate nutzen das nicht, sondern vermitteln nur eine austauschbare Botschaft mit Bild und lassen einen dann quasi alleine.

Bitte antworte jetzt kurz und knapp, was dir dazu einfällt:

Eye-Catcher: Gutes Bild

Versteckte Botschaft: Funktioniert selten

Bild statt Wort: Glaube ich nicht dran. Ein primärer emotionaler Trigger, gepaart mit einer rationalen Botschaft, denen man sich nicht verwehren kann, sind wichtig.

Langweiler: Für mich sind fast alle Handelsplakate Langweiler. Also Diskotheken, Fitnesscenter und so weiter. Eigentlich schade, denn die könnten es doch mal richtig krachen lassen. Vielleicht fehlt ihnen der Mut oder die richtige Beratung.

Hingucker: Gibt es leider viel zu wenige. Vielleicht das eine oder andere Plakat von Nike und Adidas, das man in Berlin sieht. Das macht dann richtig „BÄNG“. Aber die breite Masse ist leider eher langweilig.

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