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Bilder und Rechte.

von Eike Hinner

So ein schönes Bild. Da kann man so viel draus machen. Gleich mal die Kollegen fragen, wie sie das Bild finden. Einem potenziellen neuen Geschäftspartner als neue Kampagne vorschlagen. Darf ich das? Aber sicher, so meist die Antwort. Aber wie sicher ist man rechtlich gesehen? Manche würden sagen, Sie hätten schon zahlen müssen, als Sie den Vorschlag gemacht haben. Und eventuell hätten sie sogar recht!

Privat oder kommerziell?

Die erste und wichtigste Frage, die sich bei der Nutzung stellt, ist nämlich diese: Nutzen Sie die Bilder privat oder kommerziell? Das ist deswegen so wichtig, weil es bei nicht-kommerzieller Verwendung deutlich weniger rechtlichen Schutz für den Urheber gibt. Wo keine monetären Gewinne mit etwas erzielt werden sollen, muss auch oft kein Geld fließen. Und gerade da geben sich Urheber auch oft großzügig, wenn die Nutzung nicht überhand nimmt – aber nur, wenn man sie persönlich fragt.

Wichtig sind vor allem die Grenzfälle – wie oben: Ist es schon Nutzung, wenn man nur vorschlägt? Wenn man es genau nimmt, schon. Denn Anwerbeabsicht ist auch schon Gewinnabsicht. Wenn Sie also einen Auftrag von einer anderen Firma haben wollten, flöße Geld an den Urheber. Ist der Geschäftspartner in Ihrer eigenen Firma tätig, eher nicht. Geht es um eine interne Präsentation, sind wir schon wieder näher am Zahlen. Unsicherheit überall.

Am Besten ist es, so meint die nützliche Plattform Stockphotorights.de, zu kaufen. Logisch. Denn das ist am rechtssichersten. Und auch im Interesse der Firmen, die stockphotorights unterstützen. Ganz generell würde ich aber dazu tendieren, den Autoren von stockphotorights zuzustimmen. Generelle Aussagen sind aber zumeist nutzlos, besser ist es, man weiß, was man will und entscheidet dann.

Grober Lizenzüberblick

Creative Commons ist eine Möglichkeit für Urheber, schnell und unkompliziert Lizenzen für ihre eigenen Fotos zu vergeben, ohne diese ganz freizugeben. Der Unterschied zwischen „normaler“ und „nicht-kommerzieller“ Lizenz ist da nicht ganz einfach. Und es gibt inzwischen verschiedenste Lizenzmodelle für die Fotografen, die die vorgefertigten internationalen Lizenzen benutzen. Besser im Leitfaden von Creative Commons lesen, worauf man sich bei deren Nutzung einlässt. Es ist meist günstiger als kommerzielle Anbieter, aber: Man muss Bescheid wissen.

Für Leute, die für so etwas weniger Zeit haben, bleiben nur kommerzielle Portale. Auch hier muss man genau schauen, was und für welche Anwendungen man eigentlich kauft. Oft sind viele verschiedene Kaufmodelle angeboten, manche orientieren sich an Bildgrößen, manche an den verschiedenen Verwendungszwecken, manche bieten Abonnements an – klar sind nur einige Eckpunkte: Lizenzbehaftet, lizenzfrei oder „editorial“.

Lizenzbehaftet ist ein Bild meist grundsätzlich, wenn nichts anderes dabei steht. Das bedeutet, Sie müssen zahlen. Für jede einzelne Verwendung müssen Sie – entweder über die Verkaufsfirma – oder auch eine Agentur – oder direkt an den Künstler selbst – einen Betrag zahlen. Bei einem Großanbieter wie shutterstock.de oder gettyimages.de erfahren Sie im Voraus, was an Kosten auf Sie zukommt. Bei dieser Art von Bildern meist sehr viel, wollen Sie das Motiv öfter einsetzen. Bei einmaligem Einsatz kann es schon auch günstig sein, eine „normale“ Lizenz zu benutzen.

Anders bei lizenzfreien Bildern: Hier zahlt man einmal und kann dann mit dem Bild tun, was man will. In gewissen Grenzen. Nur einmal „pro Firma“ darf es meist verwendet werden und gelegentlich gibt es auch noch andere Modelle. Im Großen und Ganzen aber ist dies das „bequemste“ Modell.

Und was ist nun ein „Editorial“-Bild? Ein Bild, das nur für nicht-kommerziellen Gebrauch zugelassen ist. Meist gibt es aber hier die Ausnahme, dass es für Zeitungen und staatliche Organisationen verwendet werden kann. Doch auch hier gilt: Genau nachlesen. Sonst wartet nur Ärger auf Sie.

Weil die Lizenzvergabe eben auch bei den Großanbietern nicht komplett rechtssicher ist, auch wenn dort gerne der Anschein erweckt wird, bieten diese oft – ein Grund für ihre hohen Preise – eine Rechtsschutzversicherung für die Bildnutzung im Bezahlungsmodell inklusive an. Sicherer geht es momentan kaum. Denn anders als beim Gemälde in Öl kaufen Sie nicht mehr das Bild, Sie kaufen sich Rechte. Diese zu sichern, ist im kommerziellen Bereich das Wichtigste überhaupt.

Was tun?

Es gibt wie immer mehrere Möglichkeiten: Im privaten Bereich ist es fast immer am effektivsten, die Anbieter der Bilder, meist Fotografen, selbst zu kontaktieren. Man handelt den Gebrauch aus, nutzt eine CC (Creative Commons) Lizenz und hält sich daran. Eine kostengünstige Methode für den Privatgebrauch. So wie selbst Fotografieren: Aber selbst dann braucht man im Extremfall die Einwilligungen aller Personen, Firmen, Institutionen, Marken, etc., die auf den Bildern dargestellt sind.

Gerade deswegen sollten sich Inhaber von Firmen, oder auch Selbstständige, überlegen, das sicherere Angebot beispielsweise einer Kommunikationsagentur oder eben einen der großen Bildverkäufer zu nutzen – um so wenig Ärger zu haben, wie es geht. Im Normalfall keinen.

Wollen Sie etwas ganz Spezielles, nehmen Sie sich am besten gleich einen guten Fotografen, den Sie oder den Ihre Agentur bereits kennt. Damit funktioniert es mit Abstand am Besten. Und Sie wissen, was Sie bekommen!

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