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Social Media Reihe Teil 4: Facebook im Milliardenrausch

von Eike Hinner

Viele hatten am Hype teil: Medien, Facebook selbst und natürlich J. P. Morgan. Der Plan dahinter war leicht zu erkennen: Eine neue Volksaktie schaffen. Und wie es anderen Volksaktien zuvor erging, so ging es dann auch der Facebook Aktie – grandios hochgetriebener Emissionspreis und ein steiler Absturz nach unten.

Börsengang: Der Zuckerberg wird ein Häufchen Karamell.

Knapp 30% liegt die Aktie heute unter dem Emissionskurs. Für die Aktionäre ein Desaster. Facebook aber hat ordentlich Kasse gemacht und will die Milliarden jetzt investieren. Fast um jeden Preis und sofort. Eine ganze Serie von Gerüchten und Kaufmeldungen beginnt.

Der Hecht im Guppyteich.

Schon vor dem Börsengang schnappte Facebook zu: Im April wurden das Geschenke-App-Unternehmen Karma und die Coupon-Internetfirma Tagtile geschluckt, im Mai dann der Hammer: Instagram für eine Milliarde Dollar, teilweise bereits mit Aktien bezahlt.

Nach dem Börsengang geht es weiter: Mit dem angekündigten Facebook-Handy und dem möglichen Erwerb von Opera und Face.com frisst sich der neue Cash-Riese durch die Online- und Smartphone-Landschaft. Wir fragen uns: Kann das gutgehen?

Neue Ertragsmodelle.

Nur, wenn Facebook profitabler wird, lässt sich der Expansionskurs aufrecht erhalten. Dabei wird nicht lange gefackelt. Das Nutzerwachstum lässt langsam nach, also müssen neue Geschäftsmodelle her: Um Fanseitenposts wirklich öffentlich zu machen, gibt es für Unternehmen künftig einen Zusatz-Obulus zu entrichten.

Um die versprochene Werbung besser an die potenziellen Kunden zu bringen, müssen die Nutzer mehr von sich preisgeben. Facebook änderte in Verbindung mit einer Abstimmung unter Usern, die eher unterging, mal schnell die Nutzerbedingungen und räumte sich dabei weitere Rechte auf Daten ein.

Die Nutzer stimmten dagegen: Zu wenige, sagt das Unternehmen, das das Ergebnis als „konsultativ“ ansieht. Es hätten 270 Millionen abstimmen müssen bei der Umfrage, die Facebook unauffällig launchte. Wir fragen uns weiter, wie das langfristig gut gehen kann? Und: Was kommt als nächstes?

Mit Vollgas gegen die Wand?

Hält Facebook das aus? Scheinbar wilde Zukäufe und die Nutzer weiter verärgern? Es sieht ganz danach aus: Über 900 Millionen User werden nicht einfach verschwinden. Und bisher hat es auch gut funktioniert. Auch, weil es lange Zeit keine Alternative gab.

Es wird sich zeigen, ob das auf Dauer so weitergehen kann – denn die Konkurrenz, allen voran Google+, schläft nicht. In den kommenden Jahren kommt man trotzdem am Giganten Facebook für Werbung und Vernetzung nicht vorbei. Let’s face it!

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