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Detlev Bernharts Weintipp. Was trinkt das Château im Winter? – Vigna Pedale Riserva 2009 vom Weingut Torrevento

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Jetzt kommt der Winter doch noch. Draußen ist es kalt und stürmisch und alle Fleischliebhaber sehnen sich nach einem kräftigen Schmorgericht. Hierzu braucht es einen passenden Rotwein, der dem Gaumen so richtig schmeichelt und kein Loch in die Nachweihnachtskasse frisst.

Einen ganz wunderbaren Wein dieser Art produzieren die Brüder Liantoro, Besitzer des Weinguts Torrevento in Apulien, nördlich von Bari. Der Wein wird aus der uralten, autochthonen Rebsorte Nero di Toia, die die Griechen dort vor über 3000 Jahren eingeführt haben, hergestellt.

Der Spitzenwein des Weinguts, aus über 30 Jahre alten Rebstöcken, wird in großen Holzfässern (nix Barrique!) ausgebaut und erst drei Jahre nach der Lese freigegeben. Er gehört unbestritten zu den besten Weinen Apuliens und wird in fast jedem Jahr mit der Höchstwertung (3 Gläser) im Gambero Rosso ausgezeichnet.

Wir genießen den Vigna Pedale seit dem Jahrgang 2005 und sind immer wieder von seiner Qualität überrascht und begeistert. Der Jahrgang 2007 schmeckt jetzt fantastisch, aber auch der aktuell auf dem Markt erhältliche Jahrgang 2009 mundet bereits beachtlich. Intensive Nase nach schwarzen Kirschen und reifen Pflaumen, dazu angenehme würzige Nuancen nach Thymian und Waldboden. Im Geschmack ist der Vigna Pedale schön fleischig und konzentriert, dabei sehr geschmeidig und bleibt angenehm lange im Mund. Hinzu kommt eine Eleganz, wie man sie einem Wein dieser Preisklasse nie und nimmer zutrauen würde.

Der Jahrgang 2009 ist zwischen Euro 7,50 und Euro 9,00 im Handel zu finden. Beim Versender Ronaldi schon für Euro 7,35. Das Preis-Qualitäts-Verhältnis des Vigna Pedale ist außergewöhnlich, blind verkostet würden wir ihn wohl eher in der Preisklasse 15 Euro aufwärts vermuten.

Es ist ein Wein, wie man ihn gerne in seiner Lieblings-Trattoria trinken würde. Dann wären wir sicher noch öfter dort… Und nicht nur der Gaumen erfreut sich an diesem Wein, auch die Augen. Denn das gestanzte Etikett ist ansehnlich und edel.

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Detlev Bernharts Weintipp. Das trinkt das Chateau in der Vorweihnachtszeit.

PastedGraphic-1Herbstzeit ist Rotweinzeit – und die richtige Zeit für einen schönen Schmorbraten sowieso. Dazu passt ganz wunderbar der 2011 Anciens Temps Vin de Pays d’Oc aus der Nähe von Béziers im Südosten Frankreichs.

Die Weingärtner der Producteurs Réunis de Cébazan machen dort eine ebenso konzentrierte wie vollmundige Cuvée aus 50% Cabernet Sauvignon und 50% Syrah, die erfreulicherweise kein Loch in den vorweihnachtlichen Geldbeutel frisst.

Für unter 8 Euro bietet der Wein ein schönes dunkelfruchtiges Aromenspektrum mit Schwarzkirschen, Brombeeren, Zimt und pfeffrigen Noten und hat genau das Rückgrat, das einer kräftigen Bratensoße standhält. Das liebevoll gestaltete nostalgische Etikett mit dem alten Citroën 2CV wird dem Namen „Ancien Temps“ gerecht. So hat man das französische Landleben nicht nur im Glas, sondern auch noch optisch im Bild. Alles in allem ein stimmiges Bild.

Erstehen kann man den Wein in Stuttgart bei Jo’s Weindepot, Erligheimer Straße 12a, Telefon 0711-8401990, www.jos-weindepot.de

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Weinprobe im Château: Servus Österreich!

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Österreich ist bekannt für seine kulinarischen Köstlichkeiten wie Salzburger Nockerln, Backhendl und Sacher-Torte. Dass hier aber auch vorzügliche Weine herkommen, davon konnten sich Freunde und Geschäftspartner von Château Louis bei unserer Weinprobe am 01. Juli 2013 überzeugen. Diese stand ganz im Zeichen von grüner Veltliner, Muskateller und Pannobile.

Detlev Bernhart und Ludwig Silbermann verkosteten erlesene Weine aus der Wachau, dem Burgenland und der Steiermark. Augen, Nase, Gaumen, Ohren, alle Sinne wurden hierbei angesprochen und verwöhnt. Untermalt wurde die Weinverkostung mit einer deliziösen Feinschmecker-„Brotzeit“.

Das Rennen um die Gunst der Weinfreunde machte altersmäßig gesehen ein Jungwinzer aus dem Burgenland. Der Pannobile 2009 vom Weingut Claus Preisinger wurde einstimmig zum Wein des Abends gekürt. Trotz seines jungen Alters steht Claus Preisinger den alten Weinhasen in nichts nach und zählt bereits jetzt zur Winzerspitze Österreichs. Preisingers Cuveé (60% Zweigelt, 40% Blaufränkisch), von Hand gelesen, zeichnet sich durch seine Vielschichtigkeit und Komplexität aus.

Dicht gefolgt wurde dieser Rotwein, von zwei Weißen. Die Gäste waren sich uneinig, welcher von beiden denn nun besser mundete und so kürten wir an diesem Abend zwei Zweitplatzierte. Der Alzinger Loibenberg Grüner Veltliner Smaragd 2011 zeichnet sich durch ein helles grüngelb aus, hat eine pfeffrige Würze in der Nase und ist im Gaumen finessenreich. Dieser kräftige Weißwein stammt aus der Wachau. Sein Konkurrent an diesem Abend, der Sauvignon Blanc 2011 aus der Lage Steinbach vom Weingut Lackner Tinnacher, kommt aus der Steiermark und besticht durch seine feine Note aus Akazie, Grapefruitschale, reifen Aprikosen und Holunderblüte. Am Gaumen ist er eher trocken und besitzt eine gute Balance zwischen feiner Frucht und Säure.

Essen und Trinken halten bekanntlich nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern bieten uns auch immer wieder eine willkommene Gelegenheit zum Austausch und gemütlichen Beisammensein mit Freunden und Geschäftspartnern.

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Detlev Bernharts Weintipp. Das gibt’s noch: Klasse Bordeaux für kleines Geld.

Chateau Paloumey

Da ist uns doch glatt ein ganz feines Bordeaux-Schnäppchen aus dem soeben in die Geschäfte gekommenen großen Bordeaux-Jahrgang 2010 zwischen die Kiemen gekommen.

Bei einer aktuellen Vergleichsverkostung des neuen Bordeaux-Jahrgangs 2010, zeigte sich einmal mehr die Extra-Klasse von Château Paloumey – einem Weingut, das bis vor wenigen Jahren noch ein echter Geheimtipp war, den außerhalb von Bordeaux nur ganz Wenige kannten. Inzwischen füllt Château Paloumey aber Jahr für Jahr einen erstklassigen Wein zu einem (noch) sehr günstigen Preis.

Château Paloumey ist ein Cru Bourgeois aus dem Haut-Médoc und eines der wenigen Weingüter im Bordelais, das die Handschrift einer Hausherrin trägt. Martine Cazeneuve heißt die Dame, die mit ihrem Weingut einen beeindruckenden Qualitätsweg geht, den einige Weinpäpste erst jetzt zu entdecken beginnen.

Wie schon im ebenfalls außerordentlichen Jahrgang 2009, gehört Château Paloumey auch in diesem Jahr in unsere Kategorie persönliche Lieblingsweine. Unsere Verkostungsnotizen aus der Vergleichsprobe: Tiefdunkles Rubin, sehr schönes schwarzbeeriges Bouquet nach Cassis und Brombeeren, dabei geschliffen und elegant, wie nur ganz wenige Weine seiner Preisklasse. Für rund Euro 15.- erhält man so einen Bordeaux mit viel Potenzial, den es sich lohnt für einige Jahre im Keller zu vergessen und reifen zu lassen. Schon in ein paar Jahren wird man sich dann wundern, dass man den damals so günstig erstehen konnte. Ist doch schön, dass es sowas noch gibt!

Gesehen bei Mövenpick Weinland, wo es übrigens zum fast gleichen Preis auch noch den ebenfalls großartigen Jahrgangsvorgänger gibt.

Mehr zu Château Paloumey: http://www.chateaupaloumey.com

Detlev Bernharts Weintipp: Unico Cococciola 2010 vom Weingut Tenuta Ulisse in den Abruzzen

Das Château genießt. Unser Weintipp für die letzten Sommertage und einen hoffentlich goldenen Herbst, ist diesmal ein Weißwein:
Unico Cococciola 2010 vom Weingut Tenuta Ulisse in den Abruzzen.

Weintipp von Detlev Bernhart: Unico Cococciola 2010 vom Weingut Tenuta Ulisse in den Abruzzen

Weintipp von Detlev Bernhart: Unico Cococciola 2010 vom Weingut Tenuta Ulisse in den Abruzzen

Schon mal einen Weißwein von der Cococciola-Rebe getrunken? Sicher nicht. Wir auch nicht, bevor uns ein befreundeter Weinhändler seine Entdeckung ans Herz legte.

Cococciola ist eine uralte Rebsorte, die nur in den Abruzzen in der Nähe der Ortschaft Chieti angebaut wird und über deren Herkunft so gut wie nichts bekannt ist. Nach Chieti kommt man, wenn man bei Pescara die Adriaküste verlässt und ein paar Kilometer ins bergige Hinterland fährt – aber wer will für ein paar Flaschen Wein schon so weit fahren?

Das dynamische Weingut Ulisse hat die Rebsorte Cococciola wieder entdeckt und macht daraus einen ganz wunderbaren trockenen Weißwein, der so richtig nach Sommer schmeckt. Komplett in Stahl ausgebaut, zeigt er zarte Zitrus- und Blüten-Aromen und delikat-knackige Anflüge von grünem Apfel. Damit lässt er all die vielen weichgespülten Pinot Grigio- und Chardonnay-Weinchen alt aussehen. Ganz wunderbar passt er zu Antipasti, zu Fisch und Meeresfrüchten oder zu einem Risotto al Limone, mit dem sich der Sommer so richtig schön ausklingen lässt.

Kaufen kann man den Wein für 10,50 Euro bei Jo’s Weindepot in Stuttgart, www.jos-weindepot.de, ein Weinhändler, den wir all denjenigen, die diesen Geheimtipp noch nicht entdeckt haben, ans Herz legen möchten.